Vintage-Dresswatches

Kurz gesagt: Eine Dresswatch ist eine schlichte, flache Herrenuhr für elegante Anlässe. Typisch sind ein schmales Gehäuse aus Edelstahl oder vergoldet, rund 33 bis 36 mm Durchmesser, ein ruhiges Zifferblatt ohne Chronographen oder bunte Zeiger und je nach Modell eine kleine Sekunde oder eine Zentralsekunde. Vintage-Modelle aus den 50er- bis 70er-Jahren passen unter jede Hemdmanschette und sind oft günstiger, als ihre Qualität vermuten lässt.

Auf Vintagezeit habe ich bisher acht solcher Uhren ausführlich vorgestellt. Hier findest du, was sie verbindet, worin sie sich unterscheiden und worauf du beim Kauf achten solltest.

Was ist eine Dresswatch?

Eine Dresswatch, auch Dressuhr oder unter Sammlern „Dresser“ genannt, wurde für besondere und formelle Anlässe entworfen. Woran du sie erkennst:

  • Gehäuse: schlank und flach, meist Edelstahl oder vergoldet, ohne auffällige Lünette
  • Größe: meist 33 bis 36 mm ohne Krone
  • Zifferblatt: minimalistisch, oft silbern, mit schlanken Zeigern und aufgesetzten Indizes
  • Sekunde: entweder als kleine Sekunde auf 6 Uhr, ein klassisches Merkmal eleganter Herrenuhren, oder als Zentralsekunde, die viele Dresswatches ebenfalls haben
  • Glas: meist Plexiglas, entweder gewölbt, was dem Zifferblatt Tiefe gibt, oder flach

Acht Dresswatches im Vergleich

UhrUhrwerkAufzugDurchmesserGehäuseBesonderheit
Certinavermutlich Certina 28-10 oder 25-66Handaufzugca. 34–35 mmvergoldet, EdelstahlbodenKleine Sekunde, starke Patina
BWC Swiss Couragevermutlich Unitas 6325Handaufzugk. A.Edelstahl, C-ShapeKleine Sekunde im „TV-Screen“-Design
MilusPeseux 7001Handaufzug33 mmEdelstahl, integriertes Milanaise-BandWerk nur 2,5 mm hoch
Dugena Festavermutlich PUW oder DuroweHandaufzugca. 34 mmEdelstahlEdelstahl schon in den 50ern, goldene Schwertzeiger
Eterna-Matic 1000Eterna-MaticAutomatik35 mmEdelstahlFünf-Punkte-Logo für das Kugellager des Rotors
Dugena SuperDugena 1001 (Büren)Automatik mit Microrotor35 mmvergoldetBesonders flach dank Microrotor
RikaAutomatikwerk, 25 SteineAutomatik35 mmvergoldetSunburst-Zifferblatt, rote Datumsziffer
Bulova AutomaticBulova-Automatik, 23 SteineAutomatik36 mmEdelstahlDay-Date auf Deutsch, Tritium, Baujahr 1970

Je vier der acht Uhren haben Handaufzug und Automatik. Besonders spannend sind die flachen Werke: das Peseux 7001 der Milus mit nur 2,5 mm Höhe und der Microrotor der Dugena Super. Mehr zu den Werkherstellern findest du unter Berühmte Uhrwerksbauer.

Worauf du beim Kauf achten solltest

  • Vergoldete Gehäuse: Vergoldung (Plaqué, Gold Filled) nutzt sich an Kanten und Hörnern ab. Leichte Spuren sind normal, durchgeriebene Stellen fallen deutlich auf. Mehr zu Gehäusematerialien unter Wichtige Merkmale bei der Auswahl einer Vintage-Uhr.
  • Zifferblatt: Patina ist bei Dresswatches oft gewollt, ein nachträglich restauriertes Zifferblatt mindert dagegen den Wert. Mehr dazu in Die Magie der Patina.
  • Größe: Mit 33 bis 36 mm wirken Dresswatches heute klein. Warum das am Handgelenk oft besser aussieht, steht in Die richtige Größe einer Armbanduhr.
  • Glas: Plexiglas verkratzt leicht, ob gewölbt oder flach. Leichte Kratzer bekommst du mit einer Politur selbst weg, siehe polyWatch im Test.
  • Werk: Handaufzug oder Automatik ist Geschmackssache. Beide brauchen nach Jahrzehnten meist einen Service, siehe Revision beim Uhrmacher.

Was kosten Vintage-Dresswatches?

Einfache Modelle bekommst du schon für etwa 50 bis 100 Euro, zum Beispiel von Dugena, Bifora oder HEMA. Deutlich mehr kosten Dresswatches von Omega, etwa aus der Genève-Linie. Noch einmal teurer wird es bei Marken wie IWC.

Passende Armbänder

Klassisch ist ein Lederband in Braun oder Schwarz, gern mit Kroko-Prägung. Sehr gut passen auch Milanaise- oder Mesh-Bänder, wie bei der Bulova und der Milus. Viele Dresswatches haben einen Bandanstoß von 18 mm, was die Auswahl an Bändern groß macht.

Häufige Fragen

Was ist eine Dresswatch?

Eine schlichte, flache Herrenuhr für elegante Anlässe, meist 33 bis 36 mm groß, mit ruhigem Zifferblatt und kleiner Sekunde oder Zentralsekunde.

Was heißt „Dresser“?

So nennen Sammler eine Dresswatch umgangssprachlich.

Handaufzug oder Automatik?

Beides ist typisch. Handaufzugswerke sind oft flacher, Automatikwerke praktischer im Alltag. Die Dugena Super zeigt mit ihrem Microrotor, dass auch eine Automatik sehr flach sein kann.

Fazit

Mit Dresswatches von Bifora, Dugena oder Junghans fangen viele Uhrensammler an, denn gute Stücke gibt es schon mit kleinem Budget. Sie sind flach, zeitlos und passen zu Anzug wie zu Jeans. Wer auf Gehäuse, Zifferblatt und Originalität achtet, findet hier echte Schätze. Die ausführlichen Vorstellungen findest du oben in der Tabelle.

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