Kurz gesagt: Ein Skin Diver ist eine kompakte Taucheruhr aus den 1960er- und 70er-Jahren. Typisch sind rund 36 mm Durchmesser, ein flaches, robustes Gehäuse, eine drehbare Taucherlünette mit 60-Minuten-Skala und gut ablesbare Leuchtzeiger. Viele stammen von kleinen, heute fast vergessenen Marken und sind gerade deshalb spannend für Sammler.
Auf Vintagezeit habe ich bisher vier solcher Uhren ausführlich vorgestellt. Auf dieser Seite findest du, was sie gemeinsam haben, worin sie sich unterscheiden und worauf du beim Kauf achten solltest.
Was ist ein Skin Diver?
Der Skin-Diver-Stil kam in den 60er-Jahren auf. Gemeint sind Taucheruhren mit kompakter Größe, flachem Profil und robuster Bauweise, also Werkzeuguhren für den Alltag statt großer Profi-Taucheruhren. Woran du einen Skin Diver erkennst:
- Größe: meist 36 bis 37 mm ohne Krone, für heutige Verhältnisse angenehm dezent
- Lünette: drehbar, mit 60-Minuten-Einteilung zum Messen von Tauch- oder Alltagszeiten
- Zifferblatt: dunkel, kontrastreich, mit Leuchtmasse auf Zeigern und Indizes
- Gehäuse: Edelstahl oder verchromt, oft mit verschraubtem Boden
- Band: ursprünglich häufig ein Tropic-Gummiband, heute oft Leder, NATO oder Perlon
Vier Skin Diver im Vergleich
| Uhr | Uhrwerk | Aufzug | Durchmesser | Gehäuse | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|---|
| Becker Skin Diver | Förster 222 (Pforzheim) | Automatik | 36 mm | Edelstahl, verschraubter Boden | Seltenes deutsches Automatikwerk, beidseitig drehbare Lünette |
| Dugena Sport | Schweizer Werk (Kaliber unbekannt) | mechanisch | 37 mm | verchromt | Gelb umrandete Ziffern, „T SWISS MADE T“ für Tritium, Datum bei 4 Uhr |
| Prätina Skin Diver | France Ebauches FE 140 | Handaufzug | 36 mm | verchromt, Edelstahlboden | Große arabische Leuchtziffern, französisches Werk |
| Pallas Adora | Lorsa P72 A | Handaufzug | 36 mm | verchromt | Sechseckig abgerundetes Gehäuse, rote Minutenskala |




Auffällig ist, wie oft in diesen Uhren französische oder deutsche Werke stecken. Mit France Ebauches, Lorsa und Förster zeigen drei der vier Uhren, dass es abseits der bekannten Schweizer Kaliber viel zu entdecken gibt. Mehr zu den Werkherstellern findest du unter Berühmte Uhrwerksbauer.
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Wasser: Die meisten Skin Diver waren nur geringfügig wasserdicht, oft um 5 ATM. Gerade die günstigen Modelle waren nicht wirklich zum Tauchen gedacht. Nach Jahrzehnten gilt das nicht mehr. Halte die Uhr generell vom Wasser fern.
- Leuchtmasse und Zeiger: Passt die Patina der Zeiger zu der auf dem Zifferblatt? Mehr dazu im Beitrag Die Magie der Patina.
- Lünette: Lässt sie sich sauber drehen? Meist sind die Lünetten bei Skin Divern nicht rastend. Fehlende oder ersetzte Lünetten mindern den Wert.
- Verchromte Gehäuse: An Kanten und Hörnern nutzt sich die Verchromung ab. Leichte Spuren gehören dazu, durchgescheuertes Messing fällt deutlich auf. Auch aggressiver Schweiß des Trägers kann zu starker Korrosion und Lochfraß führen.
- Glas: Viele Skin Diver haben ein gewölbtes Plexiglas. Leichte Kratzer bekommst du mit einer Politur selbst weg, siehe polyWatch im Test.
- Revision: Ein Werk, das jahrzehntelang lag, braucht meist einen Service. Wie das abläuft, steht unter Revision beim Uhrmacher.
Was kosten Vintage Skin Diver?
Das hängt vor allem von Marke und Gehäuse ab. Einfache Skin Diver mit verchromtem Gehäuse und Edelstahlboden („Stainless Steel Back“) bekommst du meist ab etwa 100 Euro. Ganz besondere Modelle, etwa die Certina DS-2 oder Skin Diver von Jaeger-LeCoultre und Universal Genève, kosten dagegen mehrere tausend Euro, je nach Uhr und Modell auch über 10.000 Euro.
Pflege und Werkzeug
Viele Skin Diver haben einen verschraubten Boden, etwa der Becker und die Prätina. Zum Öffnen ohne Kratzer eignet sich ein Gehäuseöffner-Ball, den ich im Bergeon-8008-Test vorstelle. Für das Plexiglas reicht oft eine Tube Politur.
Passende Armbänder
Ursprünglich kamen viele Skin Diver an Tropic-Gummibändern. Heute passen ebenso Vintage-Leder, NATO- oder Perlonbänder. Bei Perlonbändern solltest du wissen, dass sie über Jahre unschöne Spuren auf dem Gehäuseboden hinterlassen können. Achte auf die Bandanstoßbreite: Die Dugena Sport hat zum Beispiel 19 mm, was die Auswahl etwas einschränkt.
Häufige Fragen
Was ist ein Skin Diver?
Eine kompakte Taucheruhr im Stil der 1960er- und 70er-Jahre, meist um 36 mm groß, mit drehbarer Lünette und Leuchtzeigern.
Kann ich mit einem Vintage Skin Diver schwimmen?
Nein. Mit einer Uhr aus den 60er- und 70er-Jahren solltest du generell nicht schwimmen oder tauchen. Nicht nur die Dichtungen altern, auch andere Bauteile können ihren Schutz vor eindringendem Wasser verloren haben.
Welche Größe haben Skin Diver?
Die vier Uhren auf dieser Seite messen 36 bis 37 mm ohne Krone. Warum kleine Größen am Handgelenk oft besser wirken, steht in Die richtige Größe einer Armbanduhr.
Fazit
Vintage Skin Diver verbinden Toolwatch-Charakter mit tragbaren Proportionen, oft zu Preisen, die weit unter denen bekannter Marken liegen. Wer bei Wasserdichtigkeit, Lünette und Originalität genau hinschaut, findet hier echte Schätze. Die ausführlichen Vorstellungen findest du oben in der Tabelle.
